Biografie

Erika Steinbach, geborene Hermann, wurde am 25. Juli 1943 in Rahmel (Westpreußen, heute Rumia, Polen) geboren. Als eine der profiliertesten deutschen Politikerinnen der Nachkriegszeit blickt sie auf über vier Jahrzehnte politisches Engagement zurück.

Kindheit und Flucht

Im Januar 1945, als die sowjetischen Truppen vorrückten, floh ihre Mutter mit der 18 Monate alten Erika und ihrer jüngeren Schwester über die Ostsee nach Schleswig-Holstein. Der Vater, ein Elektroingenieur aus Hanau, geriet in sowjetische Kriegsgefangenschaft und kehrte erst 1950 zurück. Nach Stationen in Schleswig-Holstein und Berlin ließ sich die Familie schließlich 1950 in Hanau (Hessen) nieder.

Ausbildung und frühe Karriere

Erika Steinbach besuchte das Gymnasium in Hanau und studierte intensiv Violine. Nach einer Fingerverletzung 1967, die ihre Konzertkarriere beendete, absolvierte sie von 1970 bis 1977 ein Studium zur Diplom-Verwaltungswirtin am Kommunalen Gebietsrechenzentrum Frankfurt am Main.

Privatleben

1972 heiratete sie den Dirigenten Helmut Steinbach. Er verstarb im Januar 2019. Erika Steinbach lebt in Frankfurt am Main und ist protestantischen Glaubens.

Politischer Werdegang

1974 trat Erika Steinbach der CDU bei. Von 1977 bis 1990 war sie Stadtverordnete in Frankfurt am Main, bevor sie 1990 erstmals in den Deutschen Bundestag gewählt wurde. Dort vertrat sie 27 Jahre lang den Wahlkreis Frankfurt am Main.

Als menschenrechtspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion (2005–2017) setzte sie sich weltweit für die Einhaltung der Menschenrechte ein. Parallel prägte sie als Präsidentin des Bundes der Vertriebenen (1998–2014) die deutsche Vertriebenenpolitik maßgeblich.

Im Januar 2017 verließ Erika Steinbach nach 43 Jahren die CDU. Seit März 2018 ist sie Vorsitzende der Desiderius-Erasmus-Stiftung, der parteinahen Stiftung der AfD, der sie im Februar 2022 offiziell beitrat.

Auszeichnungen

  • Bayerischer Verdienstorden (2009)
  • Mittelkreuz des Verdienstordens der Republik Ungarn (2014)
  • Europäischer Karlspreis der Sudetendeutschen Landsmannschaft (2010)