Erika Steinbach

Aktuellste Rede

Rede auf dem Bundesparteitag der AfD zur Desiderius-Erasmus-Stiftung

- es gilt das gesprochene Wort -

Liebe Delegierte,
lieber Herr Prof. Meuthen,
lieber Herr Dr. Gauland,
meine sehr geehrten Damen und Herren,

sehr aufmerksam habe ich die intensive Debatte über eine AfD-nahe Stiftung verfolgt. Es ist gut, wenn eine solche Entscheidung sorgsam beraten wird.

Nach sehr gründlicher Überlegung habe ich vor einem guten Vierteljahr den Vorsitz der Desiderius-Erasmus-Stiftung übernommen. „Warum in aller Welt verwendest Du Deine Energie immer noch auf die Politik, anstatt endlich mehr Zeit für Dich selbst und uns zu haben“, so wurde ich aus dem Familienkreis gefragt.
Ich habe die rein ehrenamtliche Aufgabe übernommen, weil es mich umtreibt, was mit und in Deutschland geschieht.
Es geht um die Zukunft Ihrer Kinder, es geht um die Zukunft meiner Neffen und Nichten und es geht ganz dramatisch um die innere Verfasstheit unseres Staates und die gesellschaftspolitischen Entwicklungen des Landes, das ich liebe.
Es geht mir um Deutschland!

Wir leben seit 2005 zunehmend in einem Land, in dem die Regierung unsere geltenden Gesetze nach eigenem Belieben einhält - oder auch nicht. Sekundiert wurde und wird dieses diktatorische Verhalten in einem beunruhigendem Ausmaß durch eine breitgefächerte Medienlandschaft. Ein Aufstand aller Bundestagsfraktionen gegen diese Ignoranz des Rechts – Fehlanzeige. Der Bundestag hat sich selbst entleibt. Jeder Fussballverein, der so gegen gültige Spielregeln verstieße, wie die Bundesregierung es permanent tut, würde dauerhaft gesperrt. Das aktuelle Beharren der Bundeskanzlerin auf nach wie vor völlig durchlässige Grenzen, mit der Folge eines nicht abreißenden Stromes von Migranten, zeigt eine empörende Indolenz gegenüber den Sorgen und vielen schlimmen Erfahrungen deutscher Bürger.

Ich fordere alle auf, die diesen irrsinnigen Weg für richtig halten, in konsequenter Haltung ab sofort ihre Wohnungstüren offen zu lassen. Auch die Bundeskanzlerin. Alles andere würde ja nach Merkels Gedankenwelt den innerdeutschen Frieden gefährden.

Massiven Widerstand gegen diesen selbstherrlichen, rechtswidrigen Regierungsstil gibt es erst, seit die AfD dem Deutschen Bundestag angehört. Zahlreiche hervorragende Reden ihrer Bundestagsabgeordneten haben in den anderen Fraktionen zu erheblichen Turbulenzen geführt. Und das ist gut so!

Durch die Desiderius-Erasmus-Stiftung wollen wir engagiert in die gesellschaftliche Breite und Tiefe wirken. Dazu ist es nach meiner festen Überzeugung nötig, dass sich alle Strömungen der AfD in dieser Stiftung wiederfinden. Sowohl personell als auch in der inhaltlichen Arbeit. Deshalb bildet unsere Stiftung bereits heute in großer Ausgewogenheit alle Lager der AfD ab. Von der alternativen Mitte über den Flügel bis hin zur patriotischen Plattform.

Allein in den vergangenen Monaten haben wir landauf, landab rund sechzig sehr gut besuchte politische Bildungsangebote und Vortagsveranstaltungen durchgeführt. Wir haben erlebt, dass es einen enormen Informationsbedarf gibt, um in die Abläufe von Parlamenten auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene kompetent und wirksam eingreifen zu können und darauf reagiert.
Es ist für uns aber weit darüber hinaus ein ganz elementar es Anliegen, unseren Bürgern die unverzichtbaren Grundlagen unseres Staates, unserer Demokratie und unseres reichen kulturellen Erbes zu vermitteln. Dazu gehören die Einhaltung des Rechts und die Meinungsfreiheit genauso, wie die Vergewisserung und die Vermittlung unserer kulturellen und historischen Identität.

Wie bitter nötig das ist, wird in unseren Nachbarstaaten schon lange deutlicher erkannt und artikuliert als hier bei uns in Deutschland. Der kluge estnische Staatspräsident Lennart Meri schrieb uns Deutschen 1995 anläßlich des 5. Jahrestages der Wiedervereinigung unverblümt ins Stammbuch:
„Als Este sage ich dies und frage mich, warum zeigen die Deutschen so wenig Respekt vor sich selbst? Deutschland ist eine Art Canossa-Republik geworden, eine Republik der Reue. Aber wenn man die Moral zur Schau trägt, riskiert man, nicht sehr ernst genommen zu werden. Als Nicht-Deutscher erlaube ich mir die Bemerkung: Man kann einem Volk nicht trauen, das rund um die Uhr intellektuelle Selbstverachtung ausführt.“

Was Lennart Meri bereit 1995 registrierte, hat sich inzwischen noch deutlich verschärft. In Deutschland stört es die regierende Klasse nicht im mindesten – auch nicht die Unionsparteien - dass sie mit Claudia Roth eine Frau zur Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages gewählt haben, die keine Probleme darin sieht, engagiert hinter einem Transparent mit der Aufschrift „Deutschland, du mieses Stück Scheiße“ zu demonstrieren.

Der frisch gekürte Vorsitzende der Grünen, Robert Habeck, hat schriftlich niedergelegt, was er von Deutschland hält.
Man kann von ihm nachlesen: „Vaterlandsliebe fand ich stets zum kotzen. Ich wußte mit Deutschland nichts anzufangen und weiß es bis heute nicht“.

Und Angela Merkel höchst selbst gibt lieber ihr Land auf, dessen Kanzlerin ist, als Kritik an ihrer Migrationspolitik zu reflektieren. Anders läßt sich ihre ungeheure Aussage nicht deuten. „Wenn wir jetzt anfangen, uns noch entschuldigen zu müssen dafür, dass wir in Notsituationen ein freundliches Gesicht zeigen, dann ist das nicht mein Land“.

Im politischen Meinungskampf wird immer mit harten Bandagen gekämpft. Es gibt aber Grenzen des Erträglichen.
Wer bezogen auf die AfD und ihre Wähler verkündet: „Brauner Schmutz hat in Bayern nichts verloren“ der unterbietet sein eigenes Niveau und stigmatisiert im Stile von Nazi-Jargon die sachliche Überzeugung sehr vieler Wähler, die sich aus Sorge um Deutschland der AfD zugewandt haben, weil CDU und CSU eklatant versagt haben.
Das war für mich Anlass, den mir 2009 verliehenen Bayerischen Verdienstorden zurückzugeben.

Aber nicht nur die CSU vergreift sich nahezu justitiabel im Ton, sondern die CDU-Kanzlerin lässt AfD-Wähler und Mitglieder als Ratten bezeichnen und SPD, Grüne und Linke verwenden unverhohlen die Vokabel Nazi.

Nein, liebe Altparteien, die AfD-Mitglieder und wir 6 Millionen AfD-Wähler sind weder Ratten noch Nazis und wir schwimmen nicht in einer braunen Brühe, sondern wir kämpfen für das, worauf die gesamte Bundesregierung vereidigt ist und diesen Eid nicht umsetzt. Wir kämpfen für das Wohl des deutschen Volkes.

Erschrecken muss die Erkenntnis, dass die verheerende Politik der Bundesregierung noch immer zu viele Mitläufer hat. Teils aus Bequemlichkeit. Deshalb wollen wir mit unserer Stiftung den Bürgern deutlich machen und sie mit den Worten des großen Philosophen Arthur Schopenhauer aufrütteln: „Wir sind nicht nur für das verantwortlich, was wir tun, sondern auch für das, was wir widerspruchslos hinnehmen“.

Ich sagen Ihnen, Deutschland ist ein Fall für den Psychiater.
Mit unserer Stiftung wollen wir auch Therapeuten sein, um diesen deutschen Selbstwertdefekt heilen zu helfen.

Liebe Delegierte,
„Ein Staatsoberhaupt, welches sein Volk nicht liebt, für selbiges nicht kämpft und sein Wohl nicht im Sinn hat, ist weniger wert als ein Pferdeapfel“.
Dieser Satz stammt nicht von Alexander Gauland, sondern von Friedrich dem Großen, und ist er heute so richtig wie damals!

Ich sehe es als eine der zentralen Aufgaben unserer Stiftung, unseren Bürgern nahezubringen, dass Deutschland mehr ist als eine Verbrauchergenossenschaft, dass es lohnt, sich für unser Vaterland einzusetzen. Vaterlandsliebe und die Freundschaft mit anderen Völkern schließen einander nicht aus, sondern bedingen einander.

Mit aller Leidenschaft will ich gemeinsam mit meinem sehr engagierten Vorstand und unserem herausragenden Kuratorium durch Seminare und Arbeitstagungen das Bewusstsein dafür schärfen, dass Gesetze in Deutschland nicht nur für Bürger verpflichtend sind, sondern sowohl von der Bundesregierung als auch von Migranten einzuhalten sind.
Wo andere einen sogenannten Masterplan für Selbstverständlichkeiten entwickeln müssen, wollen wir Strategien für eine echte alternative Politik entwickeln und die AfD auf ihrem schicksalhaften Weg begleiten und beraten.
Wir wollen Tausenden jungen Menschen, die sich einen unabhängigen, neugierigen Geist bewahrt haben und unser Land lieben, mit Stipendien bei ihrer wissenschaftlichen Aus- und Fortbildung unterstützen.
Wir wollen als Stiftung einen wirksamen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit Deutschlands leisten und dazu beitragen, dass Ihre alternative Politik durch Zahlen, Studien und wissenschaftliche Arbeiten wirksam untermauert wird.

In offenem aber auch kritischem Dialog zwischen Politik, Kulturschaffenden, Kirchen und Gesellschaft werden wir den zeitlos gültigen Fragen der Ethik, der Kultur und unserer nationalen und europäischen Identität Geltung verschaffen.

Johannes Brahms hat als Dank für die ihm verliehene Ehrendoktorwürde der Universität Breslau seine  Akademische Festouvertüre komponiert. Darin hat er drei deutsche Volkslieder wunderbar verwoben. Darunter eines, in dem ich mich besonders wiederfinde und das mich antreibt: „Ich hab mich ergeben mit Herz und mit Hand, dir Land voll Lieb und Leben, mein deutsches Vaterland“.

Wenn Sie der AfD, wenn Sie Deutschland etwas Gutes tun wollen und wenn Sie mir vertrauen, dann stimmen Sie für die Desiderius-Erasmus-Stiftung.
Darum bitte ich Sie ganz ausdrücklich!

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