Erika Steinbach

Rückgabe des Bayerischen Verdienstordens

Brief an den Ministerpräsidenten des Freistaates Bayern, Herrn Markus Söder

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,

seinerzeit habe ich mich ganz besonders gefreut und auch geehrt gefühlt, als mir Ihr Vorgänger, Ministerpräsident Horst Seehofer, den Bayerischen Verdienstorden verliehen hat.

Mit dem heutigen Tage gebe ich diese hohe Auszeichnung bedrückt zurück.

Viel Verständnis habe ich dafür, dass Parteien im Wahlkampf zum Teil mit harten Bandagen kämpfen. Mehr als 40 Jahre war ich Mitglied der CDU und habe heftige Wahlkämpfe miterlebt. Oftmals habe ich mir früher gewünscht, dass die CSU bundesweit zu wählen gewesen wäre. Vorbei. Heute bin ich parteilos!
Ich unterstütze aus Überzeugung die AfD und habe sie gewählt, da alle anderen Parteien willenlos, so wie die CSU im Deutschen Bundestag, oder sogar mit Freude die Politik der Bundeskanzlerin abseits von Recht und Gesetz in der letzten Legislaturperiode mitgetragen haben.

Im politischen Meinungskampf gibt es Untergrenzen des Erträglichen.
Wer bezogen auf die AfD verkündet „Brauner Schmutz hat in Bayern nichts verloren“, der unterbietet sein eigenes Niveau und stigmatisiert im Stile von Nazi-Jargon die Überzeugung sehr vieler Wähler, die sich aus Sorge um Deutschland der AfD zugewandt haben.

Die CSU hatte keinerlei Probleme, einer Claudia Roth, die sich mit der unglaublichen Aussage „Deutschland, du mieses Stück Scheiße“ solidarisiert hat, durch ihren Ministerpräsidenten den Bayerischen Verdienstorden zu verleihen und wäre nach der Bundestagswahl ohne Probleme in eine Koalition mit den Grünen eingetreten.

Leider besitzt Ihre Partei nicht die Hellsicht, zu erkennen, dass es mit der AfD eine zutiefst bürgerliche Partei nur deshalb gibt, weil CDU und CSU eklatant versagt haben. Sie ist Fleisch von Ihrem Fleische.

Mit Ihrer schwer erträglichen Beschreibung der AfD beschmutzen Sie sich damit selbst.
Der Orden geht Ihnen per Post zu.

Mit traurigen Grüßen

Erika Steinbach

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